Parodontose

Zahnfleischentzündung und Parodontitis

War vor einigen Jahren noch Karies der Hauptgrund für Zahnverlust, so ist es heute die Parodontose. In der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV, 2006) wurde festgestellt, dass seit 1997 die Anzahl an Parodontose-Erkrankungen sowohl bei Erwachsenen als auch Senioren deutlich stieg. Wir wissen in der Tat, dass mehr als 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Parodontitis betroffen sind. 73,2 % der Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren leiden an einer mittelschweren oder schweren Form der Parodontitis, bei den 65 bis 74 Jährigen sind sogar 87,8 % betroffen. Sie ist damit die sechsthäufigste Erkrankung der Menschheit. Das ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht bekannt, genauso wenig wie die Tatsache, dass eine unbehandelte Parodontitis negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben kann.

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Parodontale Diagnostik

Mit Hilfe einfacher Tests kann eine drohende Parodontitis frühzeitig erkannt werden. In jenen Fällen, wo die parodontale Entzündung bereits weiter fortgeschritten ist, ist eine Spezifizierung der hierfür verantwortlichen Keime mithilfe von Keimtests von größter Wichtigkeit.

Erweiterte parodontale Diagnostik durch mikrobiologische Testung

Von den in der Mundhöhle über 800 verschiedenen, meist ungefährlichen Bakterienarten können einige jedoch parodontalpathologische Prozesse auslösen. Ein mikrobiologischer Test erfasst die wichtigsten Leitkeime der Parodontitis und Periimplantitis zuverlässig und standardisiert. Als sichere Entscheidungshilfe für die Parodontaltherapie erleichtert uns ein Keimtest die Planung einer für Sie geeigneten Behandlungsstrategie enorm, ermöglicht eine bei Bedarf zielgerichtete effektive antibiotische Therapie und erlaubt uns bei Wunsch auch die Erfolgskontrolle unserer Parodontalbehandlung.

Behandlung

Das Ziel einer Zahnfleischtaschenbehandlung ist die Reduktion dieser parodontalpathogenen Mikroorganisamen durch adäquate und schonende Entfernung des Biofilms, Beseitigung der Entzündung und Wiederherstellung der oralen Gesundheit. Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung entfernen wir dazu zunächst alle sichtbaren harten und weichen Beläge auf der Zahnoberfläche. Eventuelle Reizfaktoren wie kariöse Läsionen, undichte Restaurationen werden beseitigt. Wir leiten Sie zu einer adäquaten und effektiven Mundhygiene an und motivieren Sie zur konsequenten Mitwirkung – wesentliche Voraussetzung zur Sicherung des Langzeiterfolgs.
Unter örtlicher Betäubung entfernen wir schonend und schmerzarm feste Ablagerungen von der Wurzeloberfläche und reduzieren den Biofilm in den Zahnfleischtaschen mit modernen Schall- und Ultraschallinstrumenten, ggf. unterstützt durch neuartige adjuvante Ansätzen zum Biofilmmanagement (Laser, Photodynamische Therapie).
Da eine Behandlung dieser chronischen Erkrankung aber nur erfolgreich sein kann, wenn Sie selbst motiviert und zur exzellenten Mundhygiene bereit sind, legen wir größten Wert auf eine individuelle bedarfsorientierte Betreuung.

Unser Parodontitis-Konzept im Überblick:

  • Frühzeitige Erkennung einer drohenden Gingivitis/Parodontitis mittels geeigneten Tests
  • Regelmäßige und konsequente Professionelle Zahnreinigung mit Mundhygieneunterweisung
  • Sanfte systematische Zahnfleischtaschensäuberung mit Schall- und Ultraschallinstrumenten zur effektiven Wurzeloberflächenreinigung mit der Entfernung von Bakterien und anhaftenden Belägen
  • bei fortgeschrittener Parodontitis kommen moderne Laser zum Einsatz, ggf. unterstützt durch neuartige Verfahren zum Biofilmmanagement wie die Photodynamische Therapie
  • ggf. Anwendung chirurgischer Parodontalmaßnahmen
  • Konsequente individuelle Nachsorge

Regelmäßige Behandlung zur Sicherung des Behandlungserfolgs

In der überwiegenden Mehrzahl endet eine Parodontalerkrankung chronisch und muss kontinuierlich in regelmäßigen Abständen behandelt werden, damit sie nicht weiter fortschreitet. Wir unterstützen Sie aktiv, die Krankheit gezielt zu bekämpfen. Dazu ermitteln wir im Rahmen einer individuellen Risikoanalyse Ihr parodontales Risiko und bestimmen danach die Recallfrequenz. Durch eine engmaschige Nachsorge sind wir in der Lage, bereits früh auf Veränderungen des Zahnhalteapparats reagieren zu können.
Zur effektiven Vorbeugung sind häufig wiederholte lokale Maßnahmen an einzelnen Parodontiten nötig. Bewährt haben sich dazu antimikrobielle Wirkstoffe, die gezielt in die zu behandelnden Taschen appliziert werden. Ein kleiner Gelatine-Chip (periochip®), der das Antiseptikum Chlorhexidin enthält und mit einer Pinzette direkt in die Tasche plaziert wird, hat sich bei uns bewährt. Er wirkt bis zu 3 Monaten nachhaltig. Und weil der Chip keine Antibiotika enthält, ist er völlig risikoarm und ideal für die Parodontitis-Langzeit-Therapie geeignet.