Karies-Diagnostik

Kariesfrühdiagnostik

Karies ist aus heutiger Sichtweise als ein Krankheitsprozess zu verstehen. Dieser Prozess dauert unbemerkt an, bis sich erste sichtbare und fühlbare Defekte an der Zahnhartsubstanz zeigen oder Schmerzen etablieren. Ziel unserer Bemühungen muss es daher sein, kariös erkrankte Stellen bereits früh zu erkennen und gezielte Maßnahmen einzuleiten, ehe es zu den genannten Folgen kommt, die die Gesundheit des Zahns gefährden.
Die Detektion und Bewertung von kariös erkrankten Stellen bedarf größter Aufmerksamkeit, wenngleich die Detektion und die Bewertung dieser Läsionen deutlich dann erschwert wird, wenn Schmelzoberfläche intakt, aber die darunter liegende Zahnhartsubstanz erkrankt ist („Hidden Caries“).

Die Kariesfrüherkennung ist von größter Wichtigkeit, um größeren Zahnschäden vorzubeugen. © pressmaster / Fotolia.com

Röntgendiagnostik und strahlenfreie Kariesdiagnostik mit Fluoreszenztechnik

Mithilfe eines effizienten Karies-Monitorings kann der Demineralisationsgrad quantitativ erfasst und gespeichert wird. Neben der visuell-taktilen Inspektion mit Spiegel und Sonde liefert uns die Röntgendiagnostik präzise Informationen, um den Krankheitsverlauf zu bewerten. Zur Beurteilung von nicht direkt einsehbaren Zahnzwischenräumen setzen wir gezielt die strahlenfreie Fiberoptische Transillumination und Laserfluoreszenzdiagnostik ein. Sie unterstützt uns in der Diagnose okklusaler, kariöser Füllungsrand-Läsionen und Cracks und erleichtert uns die Detektion beginnender approximaler Schmelzläsionen enorm. So können wir Demineralisationen, Frakturen sowie insuffiziente Füllungen weit vor Erscheinen der Läsion im Röntgenbild erkennen.

Sichere Kariesentfernung durch eine neue Methode zur Karieserkennung

Durch eine neue Methode zur Entfernung von Karies – die Fluoreszenz­unterstützte Kariesexkavation (Fluorescence Aided Caries Excavation, FACE) kann Karies anhand der bakteriellen Infektion bestimmt und somit selektiv und zuverlässig entfernt werden. Die traditionellen Methoden zur Erkennung kariösen Dentins basieren auf dem Ertasten der Härte mit der zahnärztlichen Sonde oder dem Einfärben von Porositäten des kariös veränderten Dentins. Im Zweifelsfall wird dabei zu viel Zahnsubstanz entfernt oder die Pulpa eröffnet.
Hier setzt FACE an. Durch die Methode können bakteriell infizierte Bereiche des Zahns auf einfacheWeise genau bestimmt und somit gezielt unter Schonung der angrenzenden, nicht­infizierten Bereiche entfernt werden.
Durch die Beleuchtung einer eröffneten Kavität mit violettem Licht (Wellenlänge 405 nm) weist von Bakterien infiziertes Dentin eine rote Fluoreszenz auf und zeigt somit die für die Kariesexkavation relevanten Bereiche an.